Weblog-Archiv für 18. Dezember 2007

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Musik, die mich bewegt (11)

18.12.2007

Mika – Big Girl

Wie ich den Song zuerst gehört habe, dachte ich mir ja noch, cool, eine Lobpreisung für dicke Frauen, yay!

Dann hab ich mir den Text etwas genauer angehört.

Und oh-oh, wenn ich den so ernsthaft (also nicht nur als üblichen Mika-Gute-Laune-Song ohne viel Hirn) betrachte, dann stellen sich mir echt die Rückenhaare auf.

Get yourself to the Butterfly Lounge
Find yourself a big lady
Big boy come on around
And they’ll be calling you baby

No need to fantasize
Since I was in my braces
A watering hole
With the girls around

Soso, die Tränkestätte mit den Mädels, die nur sehnsüchtigst drauf warten, daß sich jemand ihrer erbarmt, den sie dann auch gleich „Baby“ nennen.

Genau.

Dicke Frauen sind ja so verzweifelt, daß sie sich automatisch jedem dahergelaufenen Typen an den Hals schmeissen, der nur ansatzweise Interesse zeigt.

Im Endeffekt gehts in dem Song nicht um die (subjektive) Schönheit von Frauen, sondern um verzweifelte Frauen, die leichte Opfer sind, leicht rumzukriegen, nicht sonderlich anspruchsvoll, pflegeleicht. Erinnert sich jemand an „If You Wanna be Happy“ von Jimmy Soul? „If you wanna be happy for the rest of your life, never make a pretty woman your wife“? Im Endeffekt schlägt „Big Girl“ in die gleiche Kerbe, nur kann man bei Jimmy Soul auch ein bisschen Ironie heraushören.

Grundsätzlich mag ich Mika ja ganz gerne, aber der Song geht halt echt nur, wenn ich ihn als lustigen Bla-Bla-Jup-Di-Du-Song nehme. Als ernstgemeinte Lobeshymne an dicke Frauen geht er für meine Begriffe reichlich daneben.