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Wrong on so Many Levels

15.01.2008

Solche „Flirt“-Ratgeber hab ich ja gefressen.

-> Was hat Flirten mit Sex zu tun? Soll das Ziel des Ganzen sein, möglichst viele Weiber flachzulegen? Damit eine stattliche Summe an schnellen Nummern, höchstens One-Night-Stands zusammen kommt? Weil sorry, jede Frau, die nur für Sex angebaggert wird, riecht das auf fünf Kilometer, und dementsprechend fällt auch die Ausbeute aus. Wenn das allerdings reicht und glücklich macht, nach dem Motto „Selbst schlechter Sex ist immernoch guter Sex“, gar kein Thema, dann viel Spaß, vergeßt nur bitte die Kondome nicht.

-> Im Endeffekt wird durch solche Bücher nur einen neue Generation „Nice Guys“ herangezüchtet. Die alle schön brav lernen, was man tun und sagen muß, damit eine Frau einen nett und attraktiv findet, aber dafür gefälligst auch die entsprechende Gegenleistung erwarten. Und wehe wenn nicht, wehe, wenn die Frauen merken, daß hier nur was vorspielt wird und dementsprechend dankend ablehnen. Dann ist natürlich nicht das Buch schuld, das diese Erwartungshaltung geweckt hat, und noch weniger der Mann selber, der hier ganz plumpe Spielchen abzieht und dafür einfach nur die Quittung bekommt – nee, nee, die Bösen Frauen sind schuld, die es nicht einsehen, für ein bischen vorgetäuschte Nettigkeit prompt die Beine breit zu machen.

-> Ganz gefährlich wird es dann, wenn tatsächlich psychologische Tricks beigebracht werden sollen. Wenn es darum geht, den eigenen Willen des anderen nicht nur einfach zu ignorieren, sondern gezielt zu manipulieren und zu untergraben. Dann sind wir nämlich für meinen Geschmack schon ziemlich nahe an einer Vergewaltigung. Dabei geht es auch immer darum, dem anderen seinen Willen aufzuzwängen und (sexuell) zu dominieren, im „Normalfall“ halt mit physischen und nicht mit psychische Mitteln. Aber das Prinzip dahinter ist nicht großartig anders. Die Frau ist auf jedenfall nur ein Objekt, was den eigenen Bedürfnissen angepasst werden soll. Mehr nicht.

Dabei sind es eigentlich nur drei Dinge, die einen Mann für eine Frau attraktiv machen: gepflegtes Äußeres, ein Grundmaß an Umgangsformen und ein selbstbewußtes Auftreten. Der Rest (groß, klein, dick, dünn, blond, braun) ist Geschmackssache, und mei, daran kann man nur bedingt was ändern. Und da kann und muß man auch drüber stehen.

Wenn einem solche Ratgeber über die „Fake it till you make it“-Phase helfen, ist das ja ein guter Anfang. Aber ich befürchte, es geht dabei nicht darum, an sich selber zu arbeiten, nicht darum, wie ändere ich MICH, um attraktiv zu werden, sondern um den für einen selber deutlich bequemeren Weg im Stile von „wie forme ich alle anderen nach meinem Willen“.

Aber wenn man von seinem Partner mehr will als ne leere Hülle, die man nach seinem Geschmack gestalten kann, dann wird man von der Methode ziemlich enttäuscht werden.

One comment

  1. Es gibt für alles seinen Markt… und Sex sells bekanntlich am besten.

    * Gepflegtes Äusseres (ok eher jeans-lässig als chick-modern – klassischer Geek halt) – check
    * Umgangsformen (eher sogar zuviel) – check
    * selbstbewusst – check
    * humorvoll – check
    * hoffnungsloser Optimist – check
    * dick – check

    Das mit dem Geschmack ist so eine Sache…

    Insbesondere das letzte Kriterium sorgt bei der weiblichen Bevölkerung dafür, dass man hauptsächlich als knuddelig, kuschelig, nett und (das „schlimmste“) lieb – oder kurz: ungefährlich – einsortiert wird.

    Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass man mit Rücksicht, Hilfsbereitschaft, usw. jedenfalls nicht weit kommt. Man muss „ein Schwein sein“, wenn man vorwärts will…

    Und die Macho-Man-Kassette (Hint: „In & Out“ – unbedingt sehenswert) hilft da leider auch nicht weiter.😉

    Ich kenne auch Leute, die würden auf die obigen Schwarten zurückgreifen, nur um ein richtiges Arschloch zu werden.

    Naja – ich jedenfalls nicht. Wieso auch? Ich bin stolz darauf, so zu sein und stehe da locker drüber. Und als Optimist weiss ich auch, dass mein Deckel mir auch noch über den Weg laufen wird.



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