Archive for November 2008

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Glück

26.11.2008

Achtung, es wird philosophisch! 😉

Ist Glück bzw. glücklich sein abhänging davon, was einem im Leben passiert?

Ich würde ja sagen, eher nicht, eigentlich sogar fast im Gegenteil. Ich glaube nicht, daß man wirklich glücklich ist, wenn man es über andere Personen/Dinge definiert. Ich glaube nicht, daß wirkliches Glück davon abhängen sollte, daß man sich das Leben mit jemanden teilt, Freunde, einen tollen Job und/oder Geld hat. Das sind alles Dinge, die man auch wieder verlieren kann und somit auch das eigene Glück auf ziemlich wackelige Beine stellen.

Klar, all diese Dinge bereichern das Leben, machen es schöner und angenehmer, aber solange man nicht auch mit sich selbst glücklich ist – wenn man nicht früh in den Spiegel schauen kann, ohne ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit zu empfinden – wird man meiner Meinung nach auch nie wirklich Glück empfinden.

Daß das nicht immer einfach ist, daß man immer mal wieder Phasen hat, wo man sich selber ankotzt, und sein Leben und seine Entscheidungen in Frage stellt, sich Gedanken darüber macht, wie es einem jetzt wohl gehen würde, wenn man diese oder jene Entscheidung anders getroffen hat, steht außer Frage. Es gibt so zwei, drei Wendepunkte in meinem Leben, wo ich mich echt frage, wie ich wohl jetzt leben würde, wer und vor allem wie ich jetzt wäre, wenn ich mich damals anders entschieden hätte.

Aber im Endeffekt ist das nur Neugier. Ein Ex von mir hat immer die Chaos-Theorie bemüht – also daß jede noch so kleine Entscheidung ganz massive Auswirkungen auf das weitere Leben haben kann – und nachdem ich im Großen und Ganzen zufrieden bin mit mir, so wie ich jetzt bin, bin ich auch eigentlich froh, daß ich alles so gemacht habe, wie ich es getan habe. Andererseits würde ich schon mal gerne in ein Paralleluniversum schauen und zumindest kurz spicken – und dann wahrscheinlich vor mir selber erschrecken. 😉

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Privatleben gleich Null

17.11.2008

Also Präsident der USA wär schon mal kein Job für mich!

Ohne eMail und Foren und sonstige Online-Kommunikation würde ich ja eingehen!

Und ich frag mich ja gerade, ob nach diesem Gesetz über die Aufzeichnung des Präsidenten wirklich ALLES, was der gute Mann (oder in Zukunft auch mal vielleicht die gute Frau) aufschreibt, archiviert werden muß. Jeder Notizzettel, jede Einkaufsliste, jedes Post-It mit irgendeinem Müll darauf?

Ich find das schon grad echt hart. Also geschichtliche Dokumentation hin oder her, aber ein bisschen Privatsphäre sollte schon auch in dem Job noch gegeben sein.

Naja, aber der gutste Obama lebt ja wohl technisch nicht so ganz hinterm Berg, wahrscheinlich hat er sich schon lange irgendeinen nichtssagenden Google-Mail-Account angelegt und sich nen anonymen Proxy in Russland rausgesucht! 😈

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Heilung

14.11.2008

In vielen Medien wird ja nun auch offen zu dem Scherbenhaufen, den Bush hinterläßt, Stellung genommen. Was ich dabei interessant finde ist, wie so nach und nach deutlich wird, wie tief die von Bush verursachten Wunden eigentlich gehen, und wieviele Menschen davon betroffen sind.

Ich meine, wenn man mal so drüber nachdenkt, vor sechs bis acht Jahren konnte man noch erzählen, daß man nach Amerika in Urlaub fährt, man mußte nach „meine Freunde aus Amerika“ nicht auch noch ein „aber die sind echt ok“ sagen und konnte die drübige (Pop-) Kultur in vollen Zügen geniesen, ohne schräg angeschaut zu werden. Heutzutage fallen mir aus meinem Freundes- und Bekanntekreis spontan 5 Leute ein, die sagen, sie würden nie nie NIE nach Amerika fahren, in DAS Land bekommen sie keine zehn Pferde.

Und man kanns ja auch eigentlich niemanden verübeln (und ich nehm mich da noch nichtmal aus), Bush hat das Klischee-Imgage des „Wir sind die Größten, Besten, Wichtigsten, und ihr Kleinvolk haltet doch einfach mal die Klappe“-Amerikaners natürlich schon nochmal auf die Spitze getrieben und extrem ausgelebt. Aber solche Spacken gibts in jedem Land, doof ist nur, wenn sie in so einer repräsentativen Posititon wie Präsident sind.

Ich hoffe ja, das mit dem Ende der Bush-Ära auch dieser ganze Anti-Amerikanismus endlich wieder etwas nachläßt, und nicht alles aus den Staaten automatisch mit „Bäh, kommt aus Amerika, is dooooooooooooof“ kommentiert wird.

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Blog-Event XL: Happy Turkey Day

11.11.2008

Happy Turkey DayThanksgiving war/ist für mich ja in erster Linie ne kochtechnische Herausforderung! Ich war neugierig, ob es wirklich so dramatisch ist, wie es in diversen Serien/Filmen dargestellt wird. Daß man wirklich den ganzen Tag in der Küche steht und trotzdem erst irgendwann mitten in der Nacht zum essen kommt, und irgendwann auch ziemlich hysterisch wird. 😉

Außerdem finde ich üppig gedeckte Tafeln mit vielen verschiedenen Essen einfach toll. Ich steh drauf, wenn ich viele verschiedene Sachen probieren kann, je mehr, je besser. Wie ich mich das erste Mal an ein Thanksgiving Dinner gewagt habe, habe ichs dann auch fast übertrieben, das waren soviele Beilagen, da konnte man von jedem eigentlich nur nen Bissen essen, was dann auch echt schade drum war. Darum habe ich das seitdem auch etwas zusammengestrichen.

Was sich aber bisher bei allen meinen Gästen über die Jahre als absoluter Favorit herausgestellt hat, ist der

Kastanien-Brot-Auflauf

was dann auch mein Beitrag für den Event ist.

Dankbar bin ich im letzten Jahr auf alle Fälle dafür, daß das mit meinem gewünschten und lange erträumten Nebenjob geklappt hat. So anstrengend es auch ist, ich möchte ihn nicht mehr missen, weil er mich immer wieder irgendwelchen Frust vergessen läßt und ich eigentlich immer gut gelaunt rausgehe.

PS. Ach ja, die Hysterie und Panik hatte ich bei meinen Dinnern bisher nicht (und ich wurde auch nicht zickig, zumindest nicht mehr als sonst 😉 ). Zwei Herde sind praktisch – ich habe noch aus meinen WG-Zeiten so einen kleinen „Pizza“-Ofen, der hat gut geholfen – ansonsten wurde bisher immer nur die letzte Stunde etwas hektischer, damit auch alles gleichzeitig und warm auf den Tisch kommt. Also alles schamlose Übertreibung! 😀

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Blog-Event XL: Kastanien-Brot-Auflauf

11.11.2008

(Hauptartikel)

auflauf

500 frisches Kastenweißbrot
150 g Butter
2 große Zwiebeln
2 Dosen Kastanien
1 große Stange Lauch (geputzt ca. 200g)
1 Bund gehackte Petersilie
200 ml starke Brühe (ca. 1 1/2 – 2-fache Menge an Brühepulver für die Flüssigkeit oder bei selbergemachter Brühe entsprechend konzentriert)
2 Eier, verquirlt
1 Becher Sahne

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen (Umluft).

Das Kastenweißbrot in ca. 1-2 cm große Würfel schneiden, auf ein Blech geben und im Ofen ca. 15 Minuten hellbraun backen. Die Würfel in eine große Schüssel geben und auskühlen lassen.

Die Zwiebeln hacken, den Lauch je nach Durchmesser in Ringe oder halbe Ringe schneiden. Die Kastanien abtropfen lassen und grob durchhacken.

Die Butter in einer großen Pfanne schmelzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Den Lauch dazugeben und weichschmoren lassen. Die Kastanien dann ebenfalls in der Pfanne noch mit erwärmen.

Alle Zutaten in der großen Schüssel mit den Brotwürfeln gut durchmischen. Von der Hühnerbrühe zuerst nur ca. 2/3 dazugeben und nur bei Bedarf den Rest (ist davon abhängig, wie stark das Brot geröstet wurde und wie saugfähig es ist). Die Masse sollte nicht matschig werden.

In eine gebutterte Auflaufform geben und bei 175° ca. 30 Minuten backen (Umluft).

(Originalrezept)

Das Rezept ist ja eigentlich für ein Stuffing gedacht, aber da ich an Thanksgiving immer nur eine Truthahnbrust mache, hab ich das noch nie in der Form ausprobiert. Der Auflauf ist auf jeden Fall jedesmal der Renner und wird mittlerweile auch so bei allen andern möglichen Gelegenheiten gewünscht.

Ich hab das Rezept schon sowohl mit Dosen-, mit vorgekochten und eingeschweißten und mit frischen Kastanien probiert. Der Aufwand vom selber rösten und kochen hat sich meiner Meinung nach nicht gelohnt. Am liebsten mag ich die eingeschweißten, die bekommt man aber i.d.R. nur in der Saison. Die sind anders als die Dosenkastanien nicht so weich, und man hat beim draufbeissen mehr davon. Und geschmacklich sind sie meiner Meinung nach mit „frischen“ durchaus vergleichbar.

Im Rezept ist eigentlich Stangensellerie angegeben, aber den mag ich nicht, also hab ich das schon immer mit Lauch ersetzt. Und weiteres würzen ist nicht mehr nötig, durch die Butter, den Lauch, die Zwiebeln und die Brühe, abgerundet durch die Sahne, hat das bereits einen extrem leckeren Geschmack.

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Liebe und ehre deinen Nächsten…

06.11.2008

… aber nur, wenn er nicht das gleiche Geschlecht hat!

Die diversen Gesetzesanträge, daß die Ehe als Bündnis zwischen Mann und Frau definiert wird, haben sich bei der Wahl am Dienstag in Amerika ja leider alle durchgesetzt. Besonders schockierend fand ich das in Kalifornien, die Proposition 8. Ich tu mich allerdings verdammt schwer, die Argumente der Befürworter für diesen Gesetzesantrag zu verstehen.

Es will mir ums verrecken nicht in den Kopf gehen, warum das Bekenntnis und Versprechen zweier Menschen zu Monogamie und gegenseitiger Liebe auf Lebenszeit in irgendeiner Weise Kinder schädigen und das Bild der Familie schwächen soll. Ganz im Gegenteil, ist es nicht genau das, worum es geht bei ner Ehe und einer Familie? Daß zwei Menschen in Liebe verbunden ihr zukünftiges Leben miteinander teilen? An welcher Stelle bieg ich falsch ab, wodurch ich dieses „Ihr macht alles kaputt“-Argument noch nichtmal ANSATZWEISE nachvollziehen kann?

Ich hab mich jetzt auf der Hauptseite der Kampagne umgeschaut (protectmarriage.com), um vielleicht dort ein paar für mich verständliche Argumente zu finden, aber nee, nicht wirklich. Da wird nur bis zur Vergasung das „GAY MARRIAGE WILL BE TAUGHT IN SCHOOLS!!!“-Argument wiederholt. Ist Heterosexualität denn so ein wackeliges Konstrukt, daß wenn Kinder nur hören, daß man auch homosexuell sein kann, dies auch – schwupps – sofort werden?

Und dabei war das sogar noch eins der „sinnigeren“ (naja 🙄 ) Argumente, gscheid lachen mußte ich über das hier:

[…]and because 99% of all marriages in California ARE between a man and a woman, their marriages deserve to be recognized in the law as well.

Wie bescheuert ist das denn? Und vor allem auf wie vielen Ebenen?

-> Bis vor sechs Monaten waren sogar 100% aller Ehen in Kalifornien zwischen einem Mann und einer Frau, schlicht und ergreifend deshalb, weil nix anderes erlaubt war. Ohne jetzt Godwin beschwören oder geschmacklos werden zu wollen, aber irgendwie klingt das für mich, als hätte in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg ein Nazi „Judenvernichtung in Deutschland, was? In Deutschland gibts doch fast keine Juden“ gesagt.

-> Selbst wenn man argumentieren will, daß es eh nur einen kleinen Prozentsatz an gleichgeschlechtlichen Ehen gibt, heißt das noch lange nicht, daß das Mehrheitsrecht das Recht der Minderheit in dem Zusammenhang KOMPLETT auslöschen darf.

-> Solange in der Verfassung NIX von irgendwelchen Geschlechtszugehörigkeiten steht, wird eben exakt JEDE Ehe rechtlich anerkannt und entsprechend gewürdigt. Auch die von Mann und Frau. Erst durch diesen Eintrag wird jemand ausgeschlossen.

Oh man, echt, wenn ich solch hirnverbrannten Schwachsinn lese, kommt mir echt die Galle hoch. Möge der Gott, an den ihr so fanatisch glaubt, besser drauf sein als ihr, und euch später beim jüngsten Gericht ein freundliches „Seid ihr noch ganz knusper? Bloß raus hier, ihr selbstgerechten euch in alles einmischenden Spinner!“ ins Gesicht knallen!

*GGGGRRRRRR*

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Traumatische Erlebnisse

05.11.2008

Uhm, ist heut der Tag der schlecht sitzenden Hosen?

Meiner Kollegin quillt der über der Hose hängende Bauch unterm Pullover raus und mein Kollege macht einen auf „AND PULL UP YOUR PANTS!!!“-Fraktion. Das sind ja nun alles nicht so wirklich Ansichten, die ich gerne haben möchte. Jetzt weiß ich auch, daß er weiß/rote Boxershorts trägt. „That’s why it’s called ‚UNDER-fuckin-WEAR!“

Nee, nee, nee…

PS. Wer mit den Zitaten nix anfangen kann: Eins der besten Stücke von Denis Leary!