Archive for Juli 2010

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Schrödinger’s Rapist

31.07.2010

Ich habs als Edit schon in den letzten Artikel eingefügt, in den Kommentaren im Law Blog wurde von „kauz“ auf einen Artikel verlinkt, den ich verdammt genial fand:

Schrödinger’s Rapist: or a guy’s guide to approaching strange women without being maced

(Lesen! Jetzt!)

Der Artikel beschreibt ziemlich gut, wie sich Frau-sein in Bezug auf Dating und alles, was damit zu tun hat, so anfühlt. Das ist jetzt noch nichtmal als Gejammere im Sinne von „Oh, ich arme Frau, die täglich gegen die von der Gesellschaft bezüglich ihres Geschlechts auferlegten Handicaps kämpfen muss“ zu verstehen. Ich verbringe nicht meine Zeit damit, ständig darüber nachzudenken und Angst davor zu haben, Vergewaltigt zu werden. Da wird man ja nur doof von.

Aber es gibt bestimmte Dinge, die ich einfach nicht oder nur mit extremen Unwohlsein mache, und das ist genauso fest verdrahtet wie z.B. nicht bei Rot über die Ampel zu fahren.

Alleine Nachts in einer Großstadt durch etwas abseits gelegene Straßen laufen? Nö. Rucksackurlaub alleine, evtl. auch noch in einem Dritte-Welt-Land? Never. Alleine per Anhalter bei einem Mann mitfahren? Keine Chance. Einen Mann in einer Date-Situation in meine Wohnung lassen, wenn Sex mit ihm nicht was ist, womit ich leben könnte; also noch nicht mal, daß ich zu dem Zeitpunkt (schon) Sex mit dem Mann möchte, aber ich habe es zumindest in der Theorie in Betracht gezogen und für akzeptabel empfunden? Sicherlich nicht.

Und das ist keine Überreaktion oder überängstliches Verhalten. Ich meine, fragt euch selber, wenn ihr eine Geschichte lest

-> in der eine Frau sich nachts auf ner einsamen Straße als Anhalterin von nem Typen mitnehmen läßt, und dann sexuell angegriffen wird

Denkt ihr dann nicht „wow, wie dämlich kann man sein, weiß doch jeder, wie gefährlich das ist“?

-> eine Frau mit einem Mann nach einem Date mit in die Wohnung geht, und sie wird vergewaltigt

Glaubt ihr überhaupt, daß es eine Vergewaltigung ist, weil, pf, sie ist nach nem Date mit ihm in die Wohnung gegangen, was erwartet sie denn?

-> daß eine Frau nen kurzen Rock und ne tief ausgeschnittene Bluse anzieht, darin in der Disco mit viel Hüft- und Schulterbewegung tanzt, ein Typ meint, er muß da mitmachen und sie anfassen und sich mit voller Körperlänge fest an sie drücken, und sie sich dann wegen diesem sexuellen Übergriff beschwert

Wieviele würden das noch nichtmal als sexuellen Übergriff definieren, sondern mit einem „hat sie doch so gewollt“ und/oder „sie soll sich doch geschmeichelt fühlen“ abtun?

Und das sind die Fakten, mit denen man als Frau einfach lebt, genauso wie die zwei Fleischklöpse an der Vorderseite und daß man alle paar Wochen seine Tage hat. Ist halt so. Aber daraus entsteht auch dieser Teufelskreis.

Ich WEISS, daß alle Punkte oben totaler Blödsinn sind, daß in keiner Sitation die Frau schuld hat, daß jedesmal ihre Rechte auf Selbstbestimmung verletzt werden. Es ist SCHEISSEGAL, ob eine Frau nackig durch die Straße rennt und „Ich will Sex“ schreit, wenn sie eine Minute später „Nee, jetzt doch nicht“ sagt, ist das gefälligst zu akzeptieren und zu respektieren. Und es ein Unding, daß das nicht selbstverständlich ist.

Aber die gesellschaftliche Realität ist nun mal anders, und deswegen verhält man sich als Frau auch entsprechend, und Frauen, die das nicht tun, bekommen das Brandmark „Selber Schuld“.

Teufelskreis.

Aber der wichtigste Teil dieses Artikels, und der auch zur Situation von Anke und den dämlichen Kommentaren dazu wie die Faust aufs Auge passt, ist der Punkt 4 in dem Artikel

„The fourth point: If you fail to respect what women say, you label yourself a problem.“

Jedes ignorierte „nein“, ob verbal oder über Körpersprache, jede Überschreitung einer persönlichen Grenze, wie eng oder weit die auch jeder für sich steckt, ist eine Bedrohung. Punkt, ohne Ausnahme. Weil wie in dem Artikel schon geschrieben wurde, wie kann ich mich bei jemanden sicher fühlen, der meine Grenzen nicht akzeptiert bzw. als nicht gültig für sich empfindet?

Der Postbote hat die Grenze von professionellem Verhalten und damit auch eine Grenze von Anke überschritten.

Das ist die Tatsache.

Man mag darüber diskutieren, ob man für sich diese Grenzen anders stecken würde, man mag darüber diskutieren, wie man auf solche „Grenzverletzungen“ reagieren würde (und sich wie Anke im Nachhinein ärgern, daß man es nicht anders gemacht hat), aber das ist nicht der Punkt. Man muß die Grenzen einer anderen Person nicht nachvollziehen können, aber man MUSS sie akzeptieren.

Und wenn man sie – von mir aus auch aus Versehen – verletzt, gefälligst den Schritt zurücktreten und sich dafür entschuldigen. Nichts anderes. Ansonsten mache ich sehr deutlich, daß ich dem anderen null Respekt entgegenbringe und ihn einfach als Objekt sehe und behandle, was nur für meine Bedürfnisse da ist und sich gefälligst auch entsprechend anzupassen hat.

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Hey Anke!

29.07.2010

Edit: Anke linkt hierher, zitiert und meint aber den viel besseren Artikel von Feylamia. Mein Geschreibsel unten braucht ihr im Moment nicht wirklich lesen, mit dem eigentlichen Thema hat das nicht viel zu tun. Aber wenn ich euch schon hier habe 😉 , in den Kommentaren im Law Blog kam gestern noch von „kauz“ noch ein verdammt geiler Link:  „Schrödinger’s Rapist: or a guy’s guide to approaching strange women without being maced“. DER Artikel ist wirklich lesenswert! 🙂

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Laß dich nicht unterkriegen, und schon gleich gar nicht von den Kommentaren im Law Blog!

Ich kenn die Situation, ich fang bei sowas dann auch oft das heulen an, meist aus Wut (zum Großteil auch auf mich selber), nur sieht das in dem Moment keiner, sondern halt nur das Geheule. Was mich noch mehr wütend macht.

Aber das läßt sich tatsächlich trainieren, und es ist ein verdammt geiles Gefühl, wenn man in ner Situtation, wo man eigentlich mal dazu erzogen wurde, nix zu sagen, brav die Klappe zu halten, sich vielleicht sogar geehrt zu fühlen, aber auf jeden Fall und um Gotteswillen keinen Wind zu machen, es eben dann doch schafft, die Linie in den Staub zu ziehen und sich behauptet.

Auch wenn ich danach eigentlich noch  oft zittere und erstmal ne Kippe brauche! 😀

„Nein“ sagen fällt mir verdammt schwer, aber jedes „nein“, was ich hinbekomme, macht das nächste einfacher. Schon allein, weil es ein cooler Ego-Boost ist, sich nicht in die Opferrolle drängen zu lassen und festzustellen, daß man das tatsächlich auch ein Stück weit selber steuern kann.

Und was die Kommentare angeht…

Ich will ja jetzt nicht grundsätzlich verallgemeinern – aber nachdem ich auch eine ganze Menge solcher Spezialisten in meinem Bekanntenkreis habe –  was mich oft an Männern aufregt, ist ihre mangelnde Fähigkeit, einfach mal zu sagen, jo, scheiße, stimmt, des war gscheid doof von mir. Und das fällt nicht nur mir auf. Aus der Folge „Deep in Death“ von Castle sagt Alexis:

[„he“ = Owen, die Verabredung von Alexis, der sich aber für das Date so verspätet hat, daß es geplatzt ist, weil er Video gespielt hat]

And the minute he did show up, he tried to act like it’s no big deal. Like I’m overreacting. […]

Why do boys do that? Why do they always have to justify everything? Why can’t they just say they’re sorry?

Sound familiar? 😉

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Blog-Event LVIII: Kulinarisches aus Film und Literatur

14.07.2010

Blog-Event LVIII - Kulinarisches aus Literatur und Film (Einsendeschluss 15. Juli 2010)Das ist ein Spitzenthema, was sich Evi von kochen375 da für diesen Event ausgedacht hat. Hätte von mir sein können! 😀

Ich habe mich bei vergangenen Events ja schon öfters von Büchern inspirieren lassen, da gab es z.B. was von der Scheibenwelt oder aus dem Harry-Potter-Universum. Die Cookies könnten direkt aus „Friends“ stammen, und Buffy hat sich auch schon an einem Thanksgiving-Dinner versucht.

Damit waren allerdings die spontan Ideen auch schon erstmal abgehakt. Ich dachte mir aber, mal gucken, was ich die nächsten Tage und Woche noch so lese/sehe, da wird mir mit Sicherheit was einfallen. Letzte Woche habe ich mir dann mal wieder die erste Staffel von „The Big Bang Theory“ angesehen und nach der letzten Folge war klar, daß es nur

Tangerine Chicken

werden konnte!

Bazinga! 😉

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Blog-Event LVIII: Tangerine Chicken

14.07.2010

(Hauptartikel)

250g Hähnchenfilet
1 EL Mehl
1 TL Knoblauchpulver
1/2 TL Cheyennepfeffer
etwas Salz
etwas getrockneten Thymian
1 Zwiebel
1 Stückchen Ingwer (so ca. 20-30g geschält)
1 Paprika
25 ml Sherry
25 ml Sojasoße
ca. 2 Mandarinen, davon 50ml Saft auspressen und von einer die Schale abreiben
Öl zum Braten

Reis

Mehl und die trockenen Gewürze mischen, das in Stücke geschnittene Huhn darin wenden.

Die Zwiebel in Streifen schneiden und zusammen mit dem Ingwer bei hoher Hitze anbraten, dann das Huhn dazu geben. Wenn das Huhn anfängt, Farbe zu bekommen, den in Streifen geschnittenen Paprika dazugeben. Wenn der anfängt, weich zu werden, die Mandarinenschale dazu und mit den flüssigen Zutaten ablöschen. Etwas einköcheln lassen und mit Reis servieren.

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Die Herausforderung bei diesem Rezept war ja in erster Linie, Mandarinen – und auch noch ungespritzte – im Hochsommer zu bekommen. Auf so Details wie die Subspezies „Tangerine“ hab ich schon gar keinen Wert mehr gelegt – wobei ich mir eh nicht sicher bin, ob in Amiland Tangerinen nicht auch als genereller Begriff gesehen werden, wie bei uns eben Mandarinen. In einem Feinkostladen wurde ich dann Gottseidank fündig.

Das Rezept ist ein „Gefällt mir so am Besten“ von allem, was Google hergegeben hat. Das ist wohl auch wieder eins der Rezepte, wo man 10 Leute fragt, und 15 Antworten bekommt! 😀

Ich hoffe, Sheldon würde diese Variante als „Tangerine Chicken“ akzeptieren, und er hat sein Bett wieder für sich… 😉

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Ich habs ja befürchtet…

05.07.2010

Daß der Bayer als Wähler nicht so unbedingt der Hellste ist, wurde ja schon bei der letzten Landtagswahl gezeigt, wo tatsächlich 8 Prozent eine FDP mit dem Slogan „Der deutlichste Kontrast zu schwarz“ gewählt haben. Head. Desk.

Diesen Sonntag haben sie es noch einmal mehr bewiesen, als knapp über 60%  von rund 40% der Wahlberechtigen beim Volksentscheid zum „Nichtraucherschutz“ (Duh!) gestimmt haben.

Weil nein, es geht hier nicht um Raucher gegen Nichtraucher, und „Schutz“ der Nichtraucher. Es geht hier darum, kleinen Unternehmern nicht die Wahl zu lassen, für welches Klientel sie ihren Betrieb ausrichten möchten. Und es geht darum, unfähig zu Kompromissen zu sein, und unbedingt und zu 100% Recht zu bekommen. Daß ca. 80-90% aller Gastronomiebetriebe in Bayern bereits rauchfrei sind, reicht nämlich anscheinend AUF GAR KEINEN FALL!1!elf!. Wo kämen wir denn da hin, wenn mir als Nichtraucher nicht JEDE kleine Furzkneipe als theoretische Möglichkeit, unbehelligt vom Qualm ein Bier zu trinken, offen stehen würde. Als Vegetarier möchte ich ja bittschön auch, daß mir im Steakhouse ein anständiges vegetarisches Menü angeboten wird. Gefälligst.

Gottseidank gibt es aber anscheinend in D auch noch Bundesländer wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Hessen, die das ganze Thema entspannt sehen und keinen Bedarf sehen, missionarisch veranlagten Fanatikern eine Plattform  zu bieten.